Diabetes

Diabetes mellitus (auch Zuckerkrankheit genannt) ist eine Stoffwechselerkrankung: Der in der Nahrung enthaltene Zucker (Glukose) kann nicht vollständig abgebaut und verwertet werden.  

Heute ist es möglich, mit Diabetes gut zu leben. Ziele der Behandlung eines Diabetes sind die Erhaltung einer hohen Lebensqualität und das Vermeiden von Folgeschäden.

Diabetes

Wenn der Blutzuckerspiegel entgleist ...
Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und den Blutglucosespiegel reguliert. Mit seiner Hilfe gelangt Glukose aus dem Blut in die Zellen. Glukose ist ein wichtiger Energielieferant für alle Zellen, insbesondere für Gehirn und Muskulatur.

Je nach Diabetestyp produzieren Betroffene zu wenig oder gar kein Insulin bzw. kann das produzierte Insulin nicht ausreichend wirken. In der Folge leiden Diabetiker an einem chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel. Dies schädigt  wiederum Blutgefäße, so dass Zellen nicht ausreichend mit Glukose versorgt werden. Ein Insulinmangel beeinträchtigt außerdem den Fett- und Eiweiß-stoffwechsel.

All das kann ernste Folgeerkrankungen nach sich ziehen: Schäden an den Blutgefäßen des Herzens, der Augen, Nieren und Beine sowie akute Stoffwechselentgleisungen, z. B. ein diabetisches Koma.

Diabetes

Diabetes ist nicht gleich Diabetes
Im Wesentlichen gibt es zwei Formen der Zuckerkrankheit: den Diabetes Typ 1 und den Diabetes Typ 2.

Der Typ-1-Diabetiker leidet an einem Insulinmangel: Seine Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin mehr. Diese Form des Diabetes wird auch als Autoimmundiabetes bezeichnet, denn das Immunsystem zerstört die körpereigenen insulinbildenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse.

Die Ursachen dafür sind noch nicht genau bekannt. Diese Form des Diabetes tritt meistens vor dem 35. Lebensjahr, oft schon im Kindes- und Jugendalter, auf. Das fehlende körpereigene Insulin muss ein Leben lang von außen, z. B. über Spritzen, zugeführt werden.

Der Typ-2-Diabetiker bildet zwar Insulin, das Hormon kann jedoch keine ausreichende Wirkung entfalten. 80 bis 90 Prozent aller Diabetiker leiden an diesem Diabetestyp, der meist nach dem 40. Lebensjahr auftritt.

Die Anlage zum Typ-2-Diabetes, früher auch "Altersdiabetes" genannt, wird zwar vererbt, doch nicht jeder, der diese Erbanlage besitzt, bekommt zwangsläufig Diabetes. Langjähriges Übergewicht und Bewegungsmangel sind die wichtigsten Auslöser und gehen dem Diabetes Typ 2 häufig voraus.

Diabetes

Die Symptome des Diabetes

Da besonders zu Beginn der Erkrankung kaum Beschwerden auftreten, wird Diabetes oft erst nach Jahren erkannt und behandelt.

Erste Anzeichen, die ernst genommen werden müssen, sind vermehrter Durst, vermehrtes Wasserlassen, Müdigkeit, schlecht heilende Wunden und nicht erklärbarer Gewichtsverlust.


Diabetes - und nun?

Nach der Diagnose eines Diabetes ist es eine ärztliche Betreuung, z. B. durch einen Diabetologen, zwingend erforderlich. 

In speziellen Diabetikerschulungen erfahren Sie Wissenswertes über diese Erkrankung, die Therapiemöglichkeiten und das Leben mit Diabetes. Erkundigen Sie sich auch bei Ihrer Krankenkasse über besondere Angebote für Diabetiker. Ratsuchende können sich zusätzlich an die Deutsche Diabetes Gesellschaft e. V. wenden.

Die Behandlung eines Typ-1-Diabetes besteht im Ersatz des fehlenden Insulins. Die erforderliche Dosis richtet sich nach dem aktuellen Blutzucker, der Menge an zugeführten Kohlenhydraten und der geplanten körperlichen Aktivität.

Beim Typ-2-Diabetiker stehen eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin im Vordergrund. Wer als Diabetiker seinen Lebensstil ändert, hat eine echte Chance, seine Blutzuckerwerte zu normalisieren und die Einnahme von Medikamenten zu vermeiden.

Normalgewichtige Diabetiker können heute (fast) so essen wie Gesunde. Ausgefallene Lebensmittel und spezielle Diabetiker-Lebensmittel sowie aufwendige Zubereitungsarten sind überflüssig.


Tipps für Ihren Speiseplan
Zuckerkrank sein und genussvoll essen ist kein Widerspruch. Heute wird Diabetikern eine ausgewogene Ernährung empfohlen, die prinzipiell für alle Menschen gilt.

Wichtig ist die bewusste Auswahl von Lebensmitteln mit einem besonderen Augenmerk auf Kohlenhydrate: Es gibt verschiedene Arten von Kohlenhydraten, die vom Körper unterschiedlich schnell aufgenommen werden und deshalb in ungleichem Maße die Blutzuckerwerte erhöhen.

Diabetiker sollten bei den kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln zugreifen, die den Blutzuckerspiegel langsam ansteigen lassen. Dazu zählen Mehrfachzucker (z. B. Stärke), die in Vollkorn-produkten, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Kartoffeln enthalten sind. 

Weniger empfehlenswert sind Ein- und Zweifachzucker (z. B. Glukose, Saccharose, Fruktose), die in Kartoffelpüree, Mais, Weißbrot, Cornflakes, Speiseeis und zuckerreichen Getränken vorkommen. Ein- und Zweifachzucker lassen den Blutzuckerspiegel besonders schnell ansteigen und wieder abfallen. Verzehren Sie beispielsweise Bananen, Trauben und Ananas aufgrund ihres hohen Fruchtzuckeranteils (= Einfachzucker) nur in kleinen Mengen.

Es ist sinnvoll, Ein- und Zweifachzucker in den Mahlzeiten zu „verpacken“, das heißt z. B. die Konfitüre auf ein Vollkornbrot zu streichen oder den Pudding unmittelbar nach der Hauptmahlzeit zu essen, damit der Blutzuckerspiegel nicht so rasch ansteigt.

Um den Blutzuckerspiegel nicht unnötig zu belasten, essen Sie am besten mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Das kann dazu beitragen, dass starke Schwankungen bezüglich des Blutzuckerspiegels vermindert und größere Hungergefühle zwischen den Mahlzeiten verhindert werden.


Ist Zucker verboten?
Bei Diabetes ist es nicht zwingend erforderlich, ganz auf Haushaltszucker (Zweifachzucker) zu verzichten. Kleine Mengen Zucker zum Süßen oder in Kuchenrezepten sind durchaus erlaubt, da sie den Stoffwechsel nicht belasten. Diese Kohlenhydrate müssen allerdings bei der Tagesberechnung mitberücksichtigt werden und können nicht zusätzlich verzehrt werden.

Bei Diabetikerprodukten handelt es sich überwiegend um Produkte, die mit Zuckeraustauschstoffen hergestellt sind. Zuckeraustausch-stoffe wie Fruktose, Isomalt, Maltit, Mannit, Sorbit und Xylit lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen, sind allerdings nicht kalorienfrei. Der Fettgehalt von Diabetikerprodukten ist zudem oft sehr hoch.

Süßstoffe wie Saccharin, Aspartam und Cyclamat sind dagegen kalorienfrei. Sie werden mittlerweile in vielen Produkten zur energiebewussten Ernährung angeboten und haben keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Diabetiker können diese Produkte verwenden, ein notwendiger Bestandteil der Diabeteskost sind sie aber nicht.