Laktase spaltet den Milchzucker normalerweise im Darm in seine Bausteine Glukose und Galaktose auf. Fehlt dieses Enzym, kann der Milchzucker nicht ins Blut aufgenommen werden und bleibt unverdaut im Darm. Dort bindet er Wasser, wodurch der Stuhl flüssig bleibt und Durchfall entsteht.
Im Dickdarm bauen Bakterien den Milchzucker schließlich ab. Dabei bilden sich Darmgase, die zu Blähungen führen. Auch Schmerzen und Bauchkrämpfe sind häufige Symptome.
Tipps für Ihren Speiseplan
Je nachdem, wie viel Laktase der Körper noch bilden kann, ist die Diät unterschiedlich streng:
Fehlt das Verdauungsenzym komplett, ist eine milchzuckerfreie Ernährung das Beste. Mittlerweile sind zahlreiche laktosefreie Milcherzeugnisse, z. B. auf Sojamilchbasis, auf dem Markt erhältlich. Aber auch Hart-, Schnitt-, Sauermilch- und Weichkäse dürfen verzehrt werden, weil beim Käse der Milchzucker bereits während der Herstellung weitgehend abgebaut wird.
Liegt nur ein Enzymmangel vor, reicht es, milchzuckerarm zu essen, das heißt pro Tag maximal 10 Gramm Laktose aufzunehmen. Sauermilcherzeugnisse wie Joghurt, Kefir oder Quark sind am ehesten bekömmlich, weil Milchsäurebakterien das Verdauungsenzym Laktase selbst herstellen und die Laktose in Milchsäure umwandeln.
Welche Lebensmittel in welchem Umfang vertragen werden, ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich. Nach der Diagnose einer Milchzuckerunverträglichkeit ist es daher in jedem Fall ratsam, eine professionelle Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen.
Laktosegehalt ausgewählter Lebensmittel in Gramm (g):
| Lebensmittel |
pro 100 g |
| Trinkmilch (1,5 % Fett) |
4,9 |
| Trinkmilch (3,5 % Fett) |
4,8 |
| Schmelzkäse (70 % F. i. Tr.) |
4,4 |
| Buttermilch (0,5 % Fett) |
4,0 |
| Speisequark (Magerstufe) |
4,0 |
| Saure Sahne (20 % Fett) |
3,4 |
| Hüttenkäse (1,4 % Fett) |
3,3 |
Doppelrahmfrischkäse, Crème fraîche |
2,5 |
| Butter |
0,6 |
| Briekäse, Camembert, Edamer, Emmentaler, Gouda, Parmesan |
in Spuren enthalten |
| Kokos-, Mandel-, Hafer-, Reis-, Sojamilch |
0,0 |
Quelle: Modifiziert nach Der Brockhaus Ernährung, 2001, S. 411, sowie Bundeslebensmittelschlüssel (BLS)